Das DMMK Unterstütz in Gambia den Start des Projektes Fatou´s Sisters Home. Der Kontakt kam über Dr. Gisela Schneider zustande. Die Projektleiterin Adama Koita berichtet in einem Newsletter:
Liebe Freunde,
Danke, dass Ihr uns im vergangenen Jahr unterstützt habt, um Fatou’s Sisters Home in Gambia aufzubauen. Hier gibt es alle Neuigkeiten:
In den letzten Monaten wurden wichtige Grundlagen für Fatou’s Sisters Home gelegt. Dabei haben wir uns erst mal auf den Weg gemacht, herauszufinden, was es alles im Lande gibt und wer sich für diese Fragen einsetzt. Dabei sind wir auf das Netzwerk gegen GBV (Gender basierte Gewalt) gestoßen. Dort arbeiten alle Organisationen, die sich damit befassen zusammen. Von dort aus werden die sogenannten „One Stop Centres“ – Einrichtungen in den Krankenhäusern und Kliniken koordiniert.
Im Gespräch mit den einzelnen Vertreter/innen, wurde immer wieder betont, wie wichtig es wäre, dass ein Frauenhaus eröffnet wird. Im August hat der einzige „Shelter“ im Land zugemacht und nun gibt es keinen Zufluchtsort mehr, wenn sie wirklich in Not sind. Umso größer war die Freude bei vielen Kolleg/innen, als sie hörten, dass wir eine Shelter eröffnen wollen. Dabei war es uns wichtig zu sagen, dass wir klein beginnen wollen und einen Ort schaffen möchten, der nicht nur “Dach über dem Kopf“ ist, sondern eine Familie, in der man leben kann und wo auch traumatische Erfahrungen verarbeitet werden können und neue Zukunftsperspektiven entstehen.
Dabei geht es um mehr, als nur das Haus – es geht darum, dass Frauen in Gambia in Freiheit ihre von Gott gegebene Würde leben können. In unserer Kultur sind Frauen oft nur dann anerkannt, wenn sie einen Mann haben. So leben viele Frauen in häuslicher Gewalt, ohne dass sie einen Ausweg sehen. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass diese Frauen ihren Wert erkennen und ihr von Gott gegebenes Potential entfalten können. Wir sind zur Freiheit berufen, auch als Frauen.
Schon im November wurde der Compound identifiziert und ein Mietvertrag vorbereitet. Es hat sich dann aber herausgestellt, dass große Renovierungen notwendig sind. Damit sind wie immer noch beschäftigt. Das Dach muss neu gemacht werden, die elektrischen Leitungen wurden ausgetauscht, Fundamente ertüchtigt und die Decken wieder sicher gemacht – noch muss der Flaschner kommen und dann muss alles gestrichen werden – aber das Ende ist in Sicht und wir hoffen sehr, dass bis Mitte März alle Arbeiten abgeschlossen sein werden.
Dann geht es an die Ausstattung. Wir waren schon mal “scouten” auf den lokalen Märkten, was wir hier bekommen können. Betten, Tische, Küchenausrüstung etc. Was man halt so braucht, um einen Haushalt zu bestreiten. Insofern ist es auch gut, dass noch ein wenig Zeit ist. Wir sind sehr dankbar, dass gerade über Weihnachten doch einige Spenden zusammengekommen sind, sodass wir diese Dinge nun in Angriff nehmen können.
Inzwischen haben wir auch ein Bank-Konto und können Geld empfangen und sicher aufbewahren, das macht unsere Arbeit sehr viel leichter. Eure Spenden kommen alle sicher bei uns an! Vielen Dank.
Dabei ist viel Arbeit in unsere Satzung geflossen. Der Board wurde eingesetzt aber am Ende waren “Runden” nötig, bis die Satzung so ausgearbeitet war, dass die Registrierung eingereicht werden konnte. Ich bin viele Male in den Büros in Banjul gewesen, um die notwendigen Unterschriften zu sammeln. Aber nun ist es geschafft. Wir haben die Registrierung bekommen und sind eine registrierte gemeinnützige Organisation.
Der Board hilft mir dabei das Team zusammenzustellen. Die Interviews laufen gerade und wir sind mit 3 Sozialarbeiterinnen im Gespräch. Wir haben auch eine Interessentin aus Südafrika. Xoliswa habe ich Kapstadt kennengelernt und sie möchte sehr gerne für ein Jahr nach Gambia kommen und uns in der Administration unterstützen. Ich würde mich sehr freuen, wenn das möglich wäre. Sie könnte bei mir wohnen und würde sicher einen wichtigen Beitrag leisten. Leider gibt es in Afrika kein System eines “Entwicklungshelfers” oder eines “Bundesfreiwilligendienstes“, die so etwas ermöglichen. Daher hoffen wir, dass wir Menschen gewinnen können, die das unterstützen. So von einander lernen können, ist ein großes Geschenk.
Ich freue mich sehr, wenn Ihr die Arbeit weiter begleitet und auch Euren Freunden von Fatou’s Sisters Home berichtet. Wer den Newsletter möchte, kann sich gerne bei mir melden, dann nehmen wir die Personen gerne in den Verteiler auf.
Ich bin froh, dass Mama Gisela mich in den letzten Monaten tatkräftig unterstützt hat. Sie wird Euch nun in Deutschland auf dem Laufenden halten über das, was hier geschieht.
Ganz herzliche Grüße aus Gambia
Adama Koita