„Missionarisches Trommeln“ beim Kinder- und Teens-Weltgebetstag der Mennonitengemeinde Hamburg

07. Apr.. 2026 | Aktuelles

Seit über 20 Jahren feiert die Hamburger Mennonitengemeinde nicht nur den ökumenischen Weltgebetstag der Frauen, sondern lädt an einem Samstag Anfang März alle Kinder und Jugendlichen sowie Eltern und Großeltern zu einem besonderen Nachmittag ein. Ein Team um Bärbel Tyart und Maren Schamp-Wiebe setzt sich jedes Mal aktiv mit dem Gastgeberland auseinander und plant einen kind- und jugendgerechten Gottesdienst, der alle Generationen einbezieht, kurzweilig und verbindlich, vor allem aber fröhlich und lebendig ist.
In diesem Jahr hatten nigerianische Frauen die Weltgebetstagsordnung vorgegeben und darum gebeten, den Gottesdienst zum Bibelvers aus Mt. 11,28 Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! auszurichten. Das Motto des Kinder- und Teensnachmittags 2026 lautete deshalb „Kommt. Bringt eure Last!“
Bei der Vorstellung des Landes Nigeria wurden Bilder gezeigt, ein Bodenbild mit Schleichtieren bestaunt, Lieder aus Nigeria gesungen und über die Wasserknappheit in vielen Regionen des bevölkerungsreichsten Landes in Afrika berichtet. Der Wassermangel verstärkt die Konflikte zwischen Muslimen und Christen und führte leider in den letzten Jahren oftmals zu Gewalt und Unterdrückung.
Die „Last“ des Wasserholens tragen in Nigeria vor allem ältere Kinder, in der Regel die Mädchen, die den gefährlichen und langen Weg zum Brunnen täglich zwei Mal bewältigen müssen. Oftmals lassen sie dafür den Schulunterricht ausfallen, was alle anwesenden Kinder empörend fanden (Die Jugendlichen waren teilweise anderer Meinung😊).
Anhand kindgerechter Beispiele aus ihrem Lebensalltag wurde an die Lasten im übertragenen Sinne gedacht, die Jungen und Mädchen in Deutschland zu tragen haben: Streit in der Familie, Geldmangel, Ausgrenzung in der Schule, Angst vor Krieg usw.
Dass Jesus uns ermutigt, diese Lasten bei ihm abzulegen und alles, was uns bedrückt (wenn wir mühselig und beladen sind) vor Gott zu bringen, wurde in Gebeten und Liedern erfahrbar.
Beim Vorbereitungsteam war schon früh die Idee entstanden, einen Trommelworkshop zu veranstalten. Im Anschluss an den Mitmachgottesdienst werden nämlich immer verschiedenste Workshops angeboten, zu der sich die Teilnehmenden zuordnen können. Nach langer Suche war eine Trommellehrerin gefunden und die Ausleihe von 60 Djembes und Basstrommeln organisiert. Das geforderte Honorar war allerdings so hoch, dass die Gemeinde zögerte, Antje Wende zu engagieren.
Eine Mail an das DMMK brachte die Wende. Das Deutsche Mennonitische Missionskomitee hatte vor drei Jahren schon das Honorar für den Clown Benji Wiebe bei so einem Kinder- und Teensnachmittag übernommen, so dass Maren Schamp-Wiebe ihr Glück versuchte und einen Antrag auf Projektförderung „Mission und Missionales leben“ stellte. Die Antwort des DMMK erfolgte prompt und war positiv. Was für ein Geschenk!

Die Trommellehrerin wurde engagiert und bereicherte den Gottesdienst durch zwei längere Einheiten für alle Gottesdienstbesucher. Klein und Groß hielten zwischen ihren Knien eine Djembe und schlugen den Rhythmus im Takt, sangen und klatschen unter ihrer Anleitung, lernten ein nigerianisches Lied und trommelten nach Herzenslust. Alle machten mit und genossen den Einklang durch Musik.
Am Workshop „Trommeln“ nahmen anschließend vor allem die Teens und Jugendlichen teil. Die anderen Workshops Basteln und Küchenkunst (Wilde Tiere aus Obststücken und Holzstäben bauen) erfreuten sich ebenso großer Beliebtheit, so dass beim Abschlussplenum viel zu bestaunen und beklatschen war. Ein Gebet und Segenslied im Kreis runden diesen Nachmittag wie immer ab, bevor das zuvor von einem Küchenteam zubereitete Essen (nach nigerianischen Rezepten) genossen wurde.
Die Projektfördermittel des DMMK werden für missionale Projekte bewilligt, bei denen Menschen der christliche täuferische Glaube näher gebracht wird. Hat das Trommeln diese Kriterien erfüllt? Ja, auf jeden Fall. Es waren mehrere neue Familien gekommen, die nur teilweise kirchlichen Bezug hatten. Sie fühlten sich von Anfang an willkommen und gut aufgenommen. Eine Mutter sagte zum Abschied: „Ich habe noch nie so einen fröhlichen Gottesdienst erlebt und ich wusste auch nicht, dass man parallel trommeln und beten kann!“
Maren Schamp-Wiebe

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