| Senegal - Isaaks |
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Zum zweiten Mal in der Mission in Afrika ![]() Johann und Lydia Isaak Meine Aufgabe besteht u.a. darin, die Fertigstellung des Krankenhauses „Barthimée“ in Thiès voran zu treiben und zu überwachen, den Bau eines weiteren MIS -Verwaltungshauses mit Gästezimmern zu koordinieren, Brunnenbau und andere Projekte zu begleiten und dabei auch persönliche Evangelisation in den Dörfern zu betreiben. Lydia, meine Frau, hilft bei der Betreuung von Mutter-Kind-Projekten in den Dörfern mit und hat die Gästebetreuung der MIS in Thiès übernommen. Hier der letzte Bericht von Isaaks aus dem Senegal: Liebe Freunde,
Eine biblische Aussage die im Straßenverkehr eingesetzt wird: „Il faut pardonner – man sollte Vergeben“ = das war die Antwort: Als ich meinen Wagen vor einem Geschäft geparkt hatte und wieder zurück kam, sah ich, wie eine Pferdekutsche gegen das Fahrzeug fuhr. Das Auto hat eine so tiefe Delle, dass sogar ein Loch im Kotflügel entstanden ist. Als ich den Pferdehalter fragte, was er sich dabei denkt, kam die Antwort: „Il faut pardonné –man sollte Vergeben“ Die Straßenverkehrsregeln werden hier im Allgemeinen nicht beachtet, die Regel lautet: „Unfall vermeiden“
Wir grüßen Euch mit dem Psalm 86,11 „Weise mir, Herr deinen Weg, das ich wandle in deine Wahrheit: erhalte mein Herz bei dem einen, das ich deinen Namen fürchte.“ Paulus schreibt: 2 Kor. 2,15 Denn wir sind für Gott ein Wohlgeruch Christi unter denen, die gerettet werden, und unter denen, die verloren werden. Möge unser Gebet sein, dass unser Wandel in der Wahrheit Christi geschehe und das unser Wohlgeruch Christi spürbar ist, da wo der Herr uns hingestellt hat.
Wir bedanken uns recht herzlich bei Euch für Eure treue Unterstützung: Gebet und Gaben, ohne Eure Unterstützung wäre dieser Dienst nicht möglich.
Etwas von uns: Wir sind Gott dankbar für die Gesundheit und die Bewahrung. Der Herr schenkt uns immer wieder gute Begegnungen überall dort, wo wir seine Liebe und Größe verkünden dürfen. Wir sind dankbar, dass im Senegal noch Religionsfreiheit gibt. Und wir haben die Möglichkeit, die frohe Botschaft unseres Herrn zu verkündigen. Lydia hat immer mehr Anfragen für Besucher aus dem Viertel. Kinder kommen und wollen uns besuchen. Sie stellen Fragen, wollen Spiele spielen und suchen den Kontakt zu uns. Betet, dass durch diese Kontakte der Herr verherrlicht wird.
Die soziale Arbeit und die Projekte in der Mission laufen nicht so, wie wir uns das wünschen. Es fehlen der Wille und die notwendigen Mittel. Der Bau der Bibelschule geht auch nur langsam voran. Dienstags besuchen wir das Gefängnis und bis 28 Mann kommen zu der Veranstaltung. Zur gleichen Zeit wird auch mit Frauen gearbeitet. Das Projekt Ousmann: Anfang Juli werden wir die Einweihung des Zimmers feiern, zu der das ganze Dorf eingeladen wird; von jung bis alt (Programm: Botschaft, Kindergeschichte, Spiele für die Kinder). Betet, dass der Name des Herrn im Dorf Diass-Palam verherrlicht wird.
Kurze Beschreibung des Projekt Ousmann: Wir arbeiten in der Mission mit Frau Mame Astou zusammen. Sie ist die einzige Christin aus dem Dorf Diass-Palam. Als Christin wurde sie von der eignen Familie verfolgt. Das von ihr zubereitete Essen wurde abgelehnt, auf ihr Bett setzte sich niemand und sie wurde regelrecht gemobbt. Ich hatte den Wunsch ihr Dorf und ihre Familie kennen zu lernen. Sie war einverstanden, und so fuhren wir zu dritt, Mame Astou, Lydia und ich, in das Dorf. Wir wurden freundlich empfangen mit vier Tellern Reis aus verschiedenen Häusern. Uns wurden viele Fragen gestellt: Wer wir sind; wir durften sagen und erklären welchen Glauben wir haben und wer Jesus für uns ist. Der Onkel von Mame Astou lehnte das Neue Testament ab. Er sagte dass da Dinge drinnen geschrieben stehen, die er nicht mag. Ich habe ihm daraufhin gesagt dass ich wüsste was ihm an dem Neuen Testament stören würde, nämlich die Wahrheit. Dies hat er bejaht. Leider wird hier die Wahrheit nicht geliebt und nicht praktiziert. Wen wir das Dorf besuchen, freuen sich alle. Wir werden sehr freundlich empfangen und wir glauben, dass der Herr seine Gnade und Liebe auch in diesem Dorf walten lassen will. Und in diesen Dorf lebt auch Ousmann, der körperlich behindert ist. Der Herr legte mir ans Herz für diesen Mann ein Zimmer zu bauen, so dass ich diesem Geringsten im Dorf, die Liebe Jesu bezeugen konnte. Dank der Finanzierung durch das Deutsche Mennoniten Missionskomitee konnte das Zimmer gebaut werden und die Freude darüber ist groß. Dieses Projekt ist auch in den umliegenden Dörfern bekannt geworden. Betet mit uns für diesen Dienst. In Liebe, Johann & Lydia Isaak
Erfahrungsbericht von Andrea Radicke
Senegal 22.07.2011 - 05.09.2011
Die sechs Wochen, die ich im Senegal verbringen durfte, gehören zu meinen intensivsten und erfahrungsreichsten Erlebnissen. Ich machte zusammen mit Hanna Penner, die genau wie ich schon vier Jahre ihres Medizinstudiums hinter sich hat, eine Famulatur - also ein Praktikum - im Hôpital Barthimée in der Stadt Thiès. Wir wohnten gemeinsam bei einer kongolesischen Familie und konnten so die afrikanische Kultur direkt kennenlernen. Außerdem waren zur gleichen Zeit eine Praktikantin aus der Schweiz und zweie aus Frankreich da, sodass wir gemeinsam an den Wochenenden viel vom Land erkunden konnten.
Zuerst möchte ich nun meine Eindrücke aus dem Krankenhaus schildern: Die meiste Zeit begleitete ich einen Arzt oder eine Ärztin bei Sprechstunden für ambulante Patienten. Hier lernt man viele einheimische Menschen kennen, sieht viele verschiedene Krankheitsbilder und lernt einiges kennen, was wir in Deutschland nicht zu Gesicht bekommen. Gerade in der Regenzeit sind Tropenkrankheiten wie Malaria und Typhus an der Tagesordnung. Viele Patienten kommen erst sehr spät ins Krankenhaus, sodass die Krankheiten schon sehr weit fortgeschritten sind. Neben der Arbeit in den Sprechstunden hatte ich die Möglichkeit mit der Visite die stationären Patienten zu sehen. Mehrmals half ich im Operationssaal. Auch im Labor konnte ich mitarbeiten und lernen, wie einige Krankheiten nachgewiesen werden können. Ich bin froh, dass ich Einblicke in verschiedenen Abteilungen bekommen konnte. Mit einer deutschen Klinik ist das Krankenhaus aber sowohl was die Ausstattung angeht als auch vom medizinischen Arbeiten kaum zu vergleichen. Das Krankenhaus verfügt nicht über ein Röntgengerät und auch viele Laboruntersuchungen können nur in einem anderen Krankenhaus in der Stadt durchgeführt werden, was natürlich für Patienten und auch für das Personal sehr viel mehr Aufwand an Zeit und Kosten bedeutet.
An einigen Punkten merkte man, dass eine strikte Organisation und Leitung fehlt. Nach dem morgendlichen Gebet (von 8.00 Uhr bis 8.30 Uhr) dauerte es oft noch eine halbe Stunde oder mehr bis alle eingeteilt waren und die Arbeit richtig begann, obwohl schon seit 8.00 Uhr Patienten im Warteraum saßen. Auch ansonsten sind viele Mitarbeiter, gerade Krankenschwestern, verglichen mit unseren westlichen Ansichten, sehr träge und langsam. Wenn ich eins in meiner Zeit in Thiès gelernt habe, dann ist es Geduld zu haben!! Wenn aber dadurch die Patienten viel zu lange auf notwendige Maßnahmen warten müssen, finde ich es dringend änderungsbedürftig. Auch mit einigen medizinischen Entscheidungen war ich nicht ganz einverstanden, doch es war gut dies mit den Ärzten vor Ort diskutieren zu können. Ein weiterer Punkt, der zum Glück schon während meines Aufenthaltes dort verbessert wurde, ist das Fernsehprogramm im Wartebereich. In einem von einer christlichen Missionsgesellschaft geführten Krankenhaus muss nicht "Ramadan- Spezial" gezeigt werden. Ich bin sehr froh, dass ich am Ende meines Aufenthaltes die Möglichkeit hatte, all die Dinge, die ich gerade geschildert habe, und weiteres, was mir aufgefallen ist, mit dem Klinikdirektor zu besprechen und so vielleicht helfen zu können, etwas zu ändern und zu verbessern. Auch wenn ich durch die Unterschiede zu unserer westlichen Medizin medizinisch nicht so viel mitnehmen konnte, habe ich doch unheimlich viel gesehen und wertvolle Erfahrungen sammeln können.
Ich bin sehr froh, dass zur gleiche Zeit andere Praktikanten dort waren. Auch wenn wir für das kleine Krankenhaus eigentlich zu viele waren, konnten wir doch unsere Erfahrungen austauschen und über das Erlebte reden. Wir unternahmen viel gemeinsam und konnten so auch die Städte St. Louis und Dakar kennenlernen und auch mal einen Tag am Strand verbringen.
Nach einer Zeit der Eingewöhnung fühlte ich mich wohl in unserer Gastfamilie. Da die Kinder gerade Ferien hatten, waren sie die ganze Zeit zu Hause und ich fand es sehr spannend den Geschichten der beiden Mädchen (10 und 12 Jahre alt) zuzuhören, während wir abends im Vorhof unterm Sternenhimmel saßen. Leider habe ich das Gefühl, dass die beiden und auch die Mutter hier im Senegal nicht ganz glücklich sind und gerne in ihr Heimatland Kongo zurückgehen würden. Insgesamt nahmen uns alle Familienmitglieder herzlich auf und waren jederzeit bereit uns Fragen zu beantworten und weiterzuhelfen. Auch in der Stadt und auf der Straße waren die Menschen sehr freundlich, doch musste man schon aufpassen, dass sie keine Hintergedanken hatten. Sehr oft wurde man, nicht nur von bettelnden Kindern, um Geld gefragt und manchmal war es schwierig höflich aber doch direkt zu reagieren. Man merkt deutlich, wie sich unsere Kulturen unterscheiden, und dass manches, was dort normal zu sein scheint, gar nicht in unser Denken hineinpasst.
Ich war sehr froh über das deutsche Ehepaar Isaak dort vor Ort. Johann und Lydia kümmerten sich sehr um uns, machten Ausflüge mit uns, damit wir das Land und die Menschen besser kennenlernen konnten, und erzählten viel von ihren Erfahrungen als Missionare. Ich konnte, durch sie einen besseren Einblick in die Missionarsarbeit bekommen. Bei der Arbeit der MIS (Mission Inter Senegal) gibt es leider im Moment sehr viele Probleme finanzieller wie auch zwischenmenschlicher Art. Es ist wichtig die Probleme zu erkennen und vielleicht auch aus ihnen lernen zu können, doch war es auch gut von besser laufenden Missionsprojekten zu hören, um wirklich ein realistisches Bild zu bekommen.
Zum Schluss möchte ich nun auf fast das Wichtigste eingehen: In den sechs Wochen im Senegal konnte ich Gott ganz neu und viel intensiver kennenlernen. Ich hatte ständig Gemeinschaft mit Christen, sodass wir zusammen beten und Gott ehren konnten. Außerdem ist mir noch einmal äußerst bewusst geworden, wie sehr ich auf Gottes Hilfe angewiesen bin. Mir ist die Kraft und die Wichtigkeit des Gebetes klargeworden. Ohne Gottes Hilfe wäre mein Aufenthalt nicht so genial gewesen und hätte mich in meinem Leben nicht in dem Maße weitergebracht. Meine Beziehung zu Gott ist viel intensiver geworden und ich bin unendlich dankbar, das erleben zu dürfen! Ich danke Gott, dass er mich gesund gehalten und beschützt hat!! Nun versuche ich diese Erfahrungen auch hier zu Hause weiterzuleben und weiterzugeben. Leider wird man hier schnell wieder vom Alltag eingeholt, doch bleibt die veränderte Einstellung zu vielen Dingen. Wie toll ist es, jederzeit duschen oder auf die Toilette gehen zu können, ohne erstmal schauen zu müssen, ob überhaupt Wasser da ist. Auch Strom ist eine Selbstverständlichkeit für uns, doch wir müssen dankbar sein, so einen hohen Lebensstandard genießen zu dürfen. Auch unser Gesundheitssystem ist ein Segen, denn wir müssen nicht den letzten Cent zusammenkratzen, um uns die einfachste medizinische Versorgung leisten zu können. Es war oft schwer zu sehen, dass die Patienten das für sie Nötige nicht bekamen, da sie es nicht bezahlen konnten.
Jesus sprach zu Bartimäus: Geh hin, dein Glaube hat dich geheilt! (Mk 10,52) Ich wünsche mir, dass dies den Patienten mehr vermittelt wird.
Insgesamt bin ich sehr froh, dass ich die Möglichkeit hatte, dieses Praktikum zu machen und habe wertvolle Erfahrungen in meiner Beziehung zu Gott, wie auch im Umgang mit einer fremden Kultur und mit fremden Menschen sammeln können.
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