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“Hätten wir als erstes eine Kirche gebaut, wäre das Dorf gekommen und hätte sie eingerissen!“
Bericht von Mark Funk über unseren Besuch in Sukuta, Gambia bei Pastor Modou Camara und seiner Hausgemeinde im „House of Wisdom“ (Haus der Weisheit), am Mittwoch, den 11.02.2009
Ein Hof mit mehreren Gebäuden, einem großen, gut bepflanzten Garten und mehreren Leuten, die darin arbeiten. Das sehen wir, als wir am Mittwoch Modou Camara im „Haus der Weisheit“ besuchen. Wie passend dieser Name ist, erfahren wir, als er uns etwas über sich selbst, aber vor allem auch über die Auswirkungen seiner Arbeit in Sukuta erzählt. Das will ich versuchen wiederzugeben.
Er selbst war früher ein Marabou (islamischer Zauberpriester). Das Christentum hasste er und es war ihm ein Herzensanliegen, so viele katholische Namenschristen wie möglich zum Islam zu führen.
Mit ungefähr 20 Jahren musste er eine Gefängnisstrafe verbüßen. Im Gefängnis wurde er mit der Arbeit von Missionaren konfrontiert, die den Gefangenen Brot mitbrachten und natürlich auch das Evangelium verkündeten.
“Ich dachte die Missionare wollten sich dadurch Christen kaufen!“ sagte er.
 Modou und Mariama Camara mit dem jüngsten Kind Also bestellte sich Modou Camara eine Bibel von den Missionaren. Nicht, weil er durch ihr Handeln oder ihre Predigten neugierig geworden wäre, sondern um die Bibel zu studieren und den Missionaren anhand ihres eigenen Heiligen Buches zu beweisen, dass „ihr“ Glaube falsch sei. Er bekam auch eine Bibel und las sie vom Anfang bis zum Ende durch. Er lies nichts aus und studierte den Inhalt sehr gewissenhaft. Doch was er herausfand war nicht das, was er eigentlich gedacht hatte. Beim Lesen lernte er Gott kennen und verstand, dass der Glaube der Bibel, an den dreieinigen Gott, der wahre Glaube ist und bekehrte sich zu diesem Gott.
Ein langer Weg, bis hierher. Und auch beim Haus der Weisheit musste sich alles langsam entwickeln. Modou führte einige Muslime zum Glauben an Jesus und betreute sie. Menschen, die in Dörfern zum Glauben gekommen waren und danach verfolgt wurden. Manchmal nahm man ihnen ihr Land zum Bearbeiten, manchmal sogar ihre Frauen und Kinder weg. Dies trieb die verfolgten Christen dazu, mehr zusammen zu halten und zusammen zu wohnen. Ein großzügiger holländischer Spender sah die Notsituation und gab eine größere Gabe um für diese Leute ein neues Zuhause bauen zu können, aber auch um gemeinsam zu arbeiten und materiell von den muslimischen Verwandten unabhängig zu werden.
“Hätten wir als erstes eine Kirche gebaut, wäre das Dorf gekommen und hätte sie eingerissen!“ erklärt er.
 House of Wisdom im Stadtteil Sukota Wie erreicht man also Menschen, die nichts vom Evangelium hören wollen?
Es geht darum, die Leute neugierig zu machen und sie dazu zu bringen, die Christen und das was sie zu sagen haben nicht von vornherein abzulehnen.
“Wenn Leute neugierig sind und selber fragen, sind sie auch bereit zu hören und nachzudenken.“
Also bauten Modou Camara und die Christen mit ihm erst einmal einige Häuser zum Wohnen und Arbeiten. Die Leute aus dem Dorf wunderten sich, dass keine Kirche gebaut wurde und fragten sich, was diese Menschen vorhatten.
Der Garten wurde angelegt und Menschen aus der Umgebung konnten kommen und auch einen Teil des Gartens bepflanzen und den Ertrag verkaufen. Es war also eine Art Hilfe zur Selbsthilfe für die Mitbewohner des Stadtteiles Sukota (in Serrekunda). In den Häusern gibt es jetzt u. a. eine Näherei und einen Friseursalon, aber auch einen Lebensmittelladen und andere Arbeitsplätze, an denen Menschen arbeiten können. Die Leute sehen die positiven Auswirkungen der Arbeit dieser Christen und akzeptieren ihre Anwesenheit. Modou selbst gehört sogar zu einem der „Dorfräte“, in den er von islamischen Häuptern der Umgebung eingeladen wurde.
Und so entwickelt sich die Arbeit. Und wie ich am Anfang schon gesagt habe, passt der Name „Haus der Weisheit“ sehr gut.
Denn Gott hat ihnen Weisheit geschenkt um in dieser Region zu arbeiten.
Mark Funk
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