Bericht von Helmut Horsch über eine Geschichte im Dorf Hammady, in Gambia. Wir besuchten das Dorf anlässlich einer Missions - und Entwicklungshilfefahrt des DMMK.
Eines unserer Besuchsziele während unserer 14-tägigen Fahrt war das Dorf Hammady in Gambia. Nach langer staubiger Fahrt passierten wir die Grenze zwischen Senegal und Gambia und erreichten dann auch die Grenzstadt Basse in Gambia.
Mit einer kleinen Autofähre überquerten wir den Gambia-Fluss. Nach einigen Polizei- und Militärkontrollen fuhren wir über staubige Strassen durch die braune Trockensavanne ins Hinterland von Gambia. Jeremiah Sillah, der neue Leiter der mennonitischen Missions- und Hilfsarbeit (MEHDA) von Eastern Mennonite Missions (EMM) in Pirang, Gambia, begleitete uns. Er ist ehemaliger Muslim und hatte vor einigen Jahren sein Leben Jesus übergeben. Seine Muttersprache ist die weit verbreitete Mandinka –Sprache. Er kommt damit gut im Dorf Hammady zurecht, in dem aber die Muttersprache Fula vorherrschend gesprochen wird.
 Tanja Domke umlagert von Dorfkindern in Hammady Zunächst möchte ich noch mal erklären warum wir überhaupt zu diesen Menschen Kontakt hatten. Willi Ferderer hatte zu seiner Zeit als Missionar viele Beziehungen. Unter anderem auch zu einem Dorfältesten mit Namen Balde, dieser wollte mehr über Jesus erfahren. Er sagte, dass zu Ihnen keine Missionare kommen wollen, weil sie so weit weg im Busch leben. Die Enttäuschung beim Dorfältesten war vor 13 Jahren sehr groß, als ein ghanaischer Missionar der in der Nähe lebte und arbeitete sie plötzlich verlassen musste, nach dem er bei ihnen, zu ihrer aller Freude für die vielen Kinder des Dorfes eine Alphabetisierungsklasse eingerichtet hatte. Er wurde ganz plötzlich von seiner Heimatkirche abberufen.
Seitdem gab es nur noch die Bekanntschaft mit Willi Ferderer. Auch für Willi war es sehr schwer, dass die Leute nun keine Möglichkeit mehr hatten von Jesus zu erfahren und das man ihnen auch sonst nicht half, man hatte Willi gebeten um Missionare für dieses Dorf zu werben.
Ein Problem des Dorfes war ein sehr weit entfernter Brunnen, von dem
her die Frauen das Wasser tragen mussten. Es sind nun 12 Jahre
vergangen, seitdem die Menschen mit den Missionaren in Verbindung
waren. Der alte Balde lebt inzwischen nicht mehr. Der neue Dorfälteste,
sein ältester Sohn, bestätigte die Bitte um Missionare, gegenüber Willi
und einer früheren Reisegruppe. Nun hat das DMMK, zusammen mit MEHDA
und Jeremiah, der selbst Gambianer ist, wieder Kontakt zum Dorf Hammady
aufgenommen.
Überrascht und erfreut zugleich waren die Menschen als wir mit unserer
Reisegruppe ankamen. Der jüngere Bruder des Dorfältesten wollte mit
drei Männern unserer Reisegruppe, mit Jeremiah und 4 bis 5 Männern aus
dem Dorf eine Aussprache haben. Dazu lud er uns in seine ganz private
Hütte ein und wir saßen auf dem Fußboden oder auch auf seinem Bett.
Dies war ein sehr intensives Erlebnis, da wir alle sehr eng beieinander
saßen und in 3 Sprachen übersetzt wurde.
Willi erzählte Ihnen, dass wir im Namen Jesu zu Ihnen kommen, dass Gott
ihr Dorf liebt und ihm auch Liebe für dieses Dorf und seine Menschen
gegeben hat.
 Der Beginn des Brunnen-Grabens in Hammady nach unserer Rückkehr Er fragte die Leiter des Dorfes, ob es im Dorf noch keinen guten
Brunnen gibt, also immer noch die Wassernot. Als dies bejaht wurde,
fragte er ob es wirklich das größte praktische Anliegen des Dorfes wäre
oder ob es andere Nöte gibt, die größer wären. Als dies verneint wurde
berichtete er weiter, dass es eventuell eine Möglichkeit gäbe, einen
Brunnen zu graben, wenn die Bewohner bereit wären, die Aktion
tatkräftig zu unterstützen.
Dabei war es uns sehr wichtig, zu vermitteln, dass die Dorfbewohner
vorher in Vorleistung gehen müssen, d.h. Material wie Schotter und Sand
für den Zement herbeizuschaffen und dann beim Ausgraben selbst mit
anpacken müssten, zum Beispiel beim Heraufziehen des Erdbodens und auch
beim Waschen der Arbeitskleider und Kochen für die Arbeiter.
Jeremiah würde das Projekt einem gläubigen „Contractor“ (einem
beauftragten Fachmann) anvertrauen, der mit seinen Fachleuten und den
Dorfbewohnern vor Ort zusammen arbeiten würde. Jeremiah kennt den
erfahrenen Contracter, der selbst ein Christ ist und hat mit ihm schon
andere Projekte durchgeführt. Bei ca. 31 m Tiefe würde man
voraussichtlich auf Wasser stoßen und müsste noch etwa 3 -5 Meter
tiefer graben. Der Brunnen wird also etwa 34 - 36 Meter tief.
ach kurzer Besprechung der Bewohner untereinander stimmten sie dem
Angebot zu und wir konnten zum Abschluss noch für die Menschen und die
Pläne des Brunnenbaus beten und die Angelegenheit unter Gottes Schutz
stellen.
Danach wurden wir noch eingeladen gesüßten, starken Attaja (Grüner Tee
mit Pfefferminze) zu trinken und als Anerkennung durfte jeder von uns
einen Namen eines Dorfbewohners annehmen.
Dies ist in der Kultur ein schöner Brauch und drückt eine persönliche Verbindung zwischen zwei bisher unbekannten Personen aus.
Also, mein neuer Name, oder zusätzlicher Name ist ab jetzt „Phili
Danjo“. Mein Name ist ein alter „Mandinka-Name“. Die Mandinkas sind
sehr stolze Einwohner von Gambia, die vor vielen Jahren aus dem Gebiet
des heutigen Mali eingereist sind.
Ich wünsche mir, dass die Menschen von Hammady, vielleicht auch durch
den Brunnenbau oder durch Jeremiah erfahren, dass Jesus auch für sie
auf diese Welt kam und wirklichen inneren Frieden und Freude für jeden
Menschen bereithält.
Ich wünsche allen Lesern Gottes Segen.
Es grüsst Euch „Phili Danjo“,
alias Helmut Horsch
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