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Im Gespräch mit...
Barbara Hege-Galle, 52 Jahre, verheiratet mit Reinhard Galle, seit 1986 Geschäftsführerin von Christliche Dienste in Bammental

Barbara, dein Name ist seit Ende der achtziger Jahre ganz eng mit Christliche Dienste verbunden. Wie kam es zu deiner Berufung als Geschäftsführerin für diese mennonitische Freiwilligenorganisation?

Einige der Verantwortlichen aus mennonitischen Werken hatten den Gedanken, dass wir so etwas wie CD brauchen. Um etwas Neues in den Gemeinden einzuführen, schien es sinnvoll, eine Person damit zu beauftragen, die in den Gemeinden bekannt ist. Ich hatte acht Jahre Mitarbeit in der Kinderarbeit des süddeutschen Jugendwerks hinter mir. Dabei hatte gelernt eigenständig zu arbeiten und kannte viele Menschen in den Gemeinden. Beides schienen gute Voraussetzungen zu sein, mich für die Aufgabe zu berufen.

Schon in den fünfziger Jahren gab von Seiten des internationalen Freiwilligendienstes „Mennonite Voluntary Service“ ein breites Engagement deutscher Freiwilliger für Kurzzeiteinsätze in ganz Europa. Wo lagen für euch bei der Gründung von CD Anknüpfungspunkte? Was musste ganz neu begründet und entwickelt werden?

Der Verein „Mennonite Voluntary Service e.V.“ – der in den 50/60igern vor allem Workcamps organisiert hatte - war gemeinnützig anerkannt, hatte eine Satzung, die zu dem passte, was Christliche Dienste sein sollte, und ein kleines Programm für Freiwillige nach Südamerika. So wurde CD als Arbeitszweig dieses Vereins gegründet. Inzwischen ist der Verein und CD identisch. Neu entwickelt werden mussten Kontakte zu Projekten und Partnern und ein Konzept für das Freiwilligenprogramm.

Wie hast du dich auf deine Aufgabe bei Christliche Dienste vorbereitet und welche Einsichten hast du in deiner Vor- und Einarbeitungszeit gewonnen?

Bevor ich mit Christliche Dienste begonnen habe, brauchte ich die Erfahrung eines Freiwilligendienstes im Ausland, um nicht wie die Blinde von der Farbe zu sprechen. Ich machte einen viermonatigen Freiwilligendienst mit MCC in Kanada, wo ich mit indianischen Menschen arbeitete. Etwas später nahm ich zwei Monate an einem Einführungskurs bei MCC in USA teil, habe die Arbeitsweise und Organisationsstruktur kennen gelernt und anschließend MCC-Projekte besucht. Wichtig war vor allem, Kontakte zu knüpfen und zu verstehen, welche Möglichkeiten und Programme es bei den Partnern gibt.

Seit Oktober 1986 hat CD mehr als 1100 junge Leute in alle Teile der Welt ausgesandt. In welchen Ländern und Projekten arbeitet CD? Wie kommt ihr mit den Projektträgern vor Ort in Kontakt?

CD arbeitet mit Partnern und Projekten in Äthiopien, Brasilien, Deutschland, Ecuador, Frankreich, Israel, Palästina, Kanada, Kasachstan, Südkorea, Rumänien, Russland, Paraguay, Schweiz, Spanien, Tansania, Thailand, USA. Die meisten von ihnen sind mennonitisch. Am Anfang haben wir bewusst Kontakte zu Partnern geknüpft, mit denen auch andere mennonitische Werke zusammenarbeiten, dann kamen andere auf uns zu mit der Bitte um Freiwillige. Anfangs kamen auch Freiwillige mit Projekten, die wir dann übernommen haben. Einige Kontakte sind dadurch entstanden, dass wir eine Anerkennung für Dienst anstelle von Zivildienst haben und Gemeinden oder Organisationen aus Deutschland deshalb mit uns zusammenarbeiten wollten.
Es gibt kein Schema, wie wir in Kontakt kommen, aber wir haben Kriterien aufgestellt, nach denen wir prüfen, ob wir ein Projekt durch Freiwillige unterstützen oder nicht.

Aus welchen kirchlichen und gemeindlichen Hintergründen kommen die Bewerber und Bewerberinnen für einen Dienst bei CD? Wie wählt ihr Freiwillige aus dem Kreis der Bewerber aus und wie bereitet ihr sie auf ihren Dienst vor?

Zentrales Kriterium ist, dass die Freiwilligen einen persönlichen Bezug zum christlichen Glauben haben und in einer Gemeinde aktiv sind. Leider habe ich noch nicht die neuste Statistik zu Hand. Grob lässt sich sagen, dass die meisten Freiwilligen aus freikirchlichen Gemeinden (Mennonitengemeinden, Mennoniten-Brüdergemeinden, Baptistengemeinden, Freie evangelischen Gemeinden, Methodisten-, Pfingstgemeinden u.a.) kommen, ein beträchtlicher Teil auch aus evangelischen Landeskirchen, einige wenige aus katholischen Gemeinden. Bewerber/innen müssen eine Bewerbungsbogen ausfüllen und vier Referenzen sowie eine Gemeindereferenz einholen. Dann haben wir ein persönliches Gespräch mit ihnen, nach dem wir grundsätzlich entscheiden, ob wir einen Weg des/der Bewerber/in mit CD sehen und wohin dieser gehen könnte. Die Unterlagen werden dann zum Projekt gesandt, das letztlich über die Annahme entscheidet. Zur Vorbereitung bieten wir ein Wochenendseminar im Frühjahr und kurz vor der Ausreise ein einwöchiges Seminar an. Wir vermitteln auch Kontakte zu ehemaligen Freiwilligen.

Image Barbara Hege-Galle,
seit 1986 Geschäftsführerin von Christliche Dienste in Bammental
Das ganze Interview mit Barbara Hege-Galle - Christliche Dienste 157.67 Kb  kannst du hier als pdf Datei herunterladen.

Mehr Informationen zu Christliche Dienste findetst du hier
 
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